Lasertherapie 

Allgemeine Einordnung 

Die Lasertherapie gehört zu den physikalischen Therapieformen und wird in der Tierphysiotherapie häufig als unterstützende Maßnahme eingesetzt. Besonders in der Behandlung von Hunden mit orthopädischen, neurologischen oder schmerzhaften Erkrankungen hat sich der Einsatz von Low-Level-Lasertherapie (LLLT) etabliert. Diese Therapieform ist nicht invasiv, gut verträglich und wird von den meisten Tieren stressfrei akzeptiert. 

Zum Einsatz kommen unter anderem Low-Level-Impuls-Diodenlaser, wie sie beispielsweise von der Firma Bio Medical Systems angeboten werden. Diese Geräte sind speziell für therapeutische Anwendungen konzipiert und arbeiten mit vordefinierten Programmen für unterschiedliche Gewebe und Indikationen. 

Wirkungsweise eines Low-Level-Impuls-Diodenlasers 

Die Wirkung des Low-Level-Lasers basiert auf photobiologischen Prozessen im Gewebe. Anders als chirurgische Hochleistungslaser erzeugt der therapeutische Laser keine Gewebezerstörung und keine relevante Wärme, sondern wirkt auf zellulärer Ebene. 

Die Laserstrahlung dringt – abhängig von Wellenlänge und Gewebeart – mehrere Zentimeter tief in Haut, Muskulatur, Sehnen und Gelenkstrukturen ein. Dort führt sie zu folgenden Effekten: 

  • Aktivierung der Mitochondrien:
    Die Lichtenergie wird von Chromophoren in den Zellen aufgenommen, was die Produktion von ATP (zelluläre Energie) steigert.
  • Förderung der Zellregeneration:
    Fibroblasten, Osteoblasten und Endothelzellen werden stimuliert, was die Heilung von Bindegewebe, Knochen und Haut unterstützt.
  • Entzündungshemmende Wirkung:
    Entzündungsmediatoren können reduziert und der Lymphabfluss verbessert werden.
  • Schmerzlindernde Effekte:
    Die Lasertherapie beeinflusst die Nervenleitgeschwindigkeit und kann die Schmerzempfindung senken.
  • Verbesserung der Durchblutung:
    Durch Vasodilatation wird die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gewebes gesteigert.

Impuls-Diodenlaser, wie sie von Bio Medical Systems eingesetzt werden, kombinieren bestimmte Frequenzen und Impulsfolgen, um die biologische Wirkung gezielt zu verstärken und individuell an den Behandlungszweck anzupassen. 

Verwendungsgebiete 

Die Lasertherapie wird in der Tierphysiotherapie vor allem bei Hunden in folgenden Bereichen eingesetzt: 

  • Akute und chronische Schmerzsyndrome
  • Degenerative Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Spondylose
  • Hüft- und Ellenbogendysplasie
  • Sehnen-, Band- und Muskelverletzungen
  • Myofasziale Verspannungen und Triggerpunkte
  • Postoperative Nachsorge, z. B. nach Kreuzbandoperationen
  • Wundheilungsstörungen, OP-Narben, Hautverletzungen
  • Entzündliche Prozesse an Sehnen oder Schleimbeuteln
  • Neurologische Erkrankungen, z. B. Bandscheibenvorfälle oder Nervenreizungen
  • Laserakupunktur als Alternative oder Ergänzung zur klassischen Akupunktur

Kontraindikationen 

Trotz der guten Verträglichkeit gibt es klare Situationen, in denen Lasertherapie nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung angewendet werden darf: 

  • Tumorerkrankungen oder unklare Gewebeveränderungen im Behandlungsgebiet
  • Trächtigkeit, insbesondere im Bauch- und Lendenbereich
  • Epilepsie (wenn nicht behandelt, Abklärung mit Tierarzt)
  • Direkte Bestrahlung der Augen (Schutzbrillen sind Pflicht)
  • Nicht geschlossene Wachstumsfugen bei jungen Hunden
  • Schwere systemische Erkrankungen, bei denen eine Stimulation des Stoffwechsels kontraindiziert sein könnte 
  • Schwere fieberhafte oder bakterielle Infektionen 
  • Hyperthyreose Schilddrüsenüberfunktion
  • Therapie mit Zytostatika, Immunsuppressiva oder arsenhaltige Medikamente
  • Behandlung mit Cortison-Depot
  • Schwere fieberhafte oder bakterielle Infektionen
  • Photosensibilität
  • Radiotherapie ebenso 3 - 6 Monate danach

Thermotherapie

Allgemeine Einordnung

Die Thermotherapie zählt zu den klassischen Basismaßnahmen der Tierphysiotherapie und wird sowohl bei Hunden als auch bei Katzen eingesetzt. Sie umfasst die Wärme- und Kältetherapie, wobei beide Formen unterschiedliche physiologische Effekte haben und gezielt eingesetzt werden müssen.

Durchführung der Thermotherapie

Die Thermotherapie wird in der Tierphysiotherapie durch das gezielte Aufbringen von Wärme oder Kälte auf bestimmte Körperregionen durchgeführt. Vor jeder Anwendung ist der Allgemeinzustand des Tieres zu beurteilen, insbesondere Hautzustand, Sensibilität und Stresslevel. Das Tier sollte während der Behandlung ruhig und entspannt gelagert sein und jederzeit beobachtet werden.

Beispiel: Anwendung der Warmen Rolle

Die warme Rolle ist eine bewährte Form der Wärmetherapie und wird vor allem zur Muskelentspannung und Durchblutungsförderung eingesetzt.
Dabei wird ein Handtuch trichterförmig zusammengerollt und mit heißem, fast kochendem Wasser gefüllt. Das äußere Ende wird so gefaltet, dass die Wärme langsam und gleichmäßig abgegeben wird.

Die warme Rolle wird sanft auf die betroffene Körperregion aufgesetzt und in ruhigen, gleitenden oder tupfenden Bewegungen geführt. Während der Behandlung kühlt die Rolle allmählich ab. Der Vorteil dieser Methode liegt in der tiefenwirksamen, feuchten Wärme, die besonders gut von Muskulatur und Bindegewebe aufgenommen wird.

Die Anwendungsdauer beträgt in der Regel 10–20 Minuten, abhängig von Tiergröße, Fellbeschaffenheit und Reaktion des Tieres. Ein direkter Hautkontakt ist möglich, sofern die Temperatur vorher sorgfältig überprüft wurde, um Verbrennungen zu vermeiden.

Wirkungsweise

Wärmetherapie

  • Fördert die Durchblutung
  • Entspannt die Muskulatur
  • Erhöht die Dehnfähigkeit von Sehnen und Bindegewebe
  • Wirkt schmerzlindernd bei chronischen Beschwerden

Kältetherapie

  • Reduziert Entzündungen und Schwellungen
  • Senkt die Nervenleitgeschwindigkeit
  • Wirkt schmerzdämpfend
  • Verlangsamt Stoffwechselprozesse im akuten Stadium

Verwendungsgebiete

Wärme:

  • Chronische Muskelverspannungen
  • Arthrotische Veränderungen
  • Vorbereitung auf Bewegungstherapie
  • Steife Gelenke bei älteren Hunden


Kälte:

  • Akute Verletzungen
  • Postoperative Schwellungen
  • Prellungen, Zerrungen, Hämatome
  • Akute Entzündungsprozesse


Kontraindikationen

Thermotherapie ist kontraindiziert bei:

  • Akuten Entzündungen (keine Wärme!)
  • Offenen Wunden
  • Sensibilitätsstörungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Kreislaufproblemen
  • Kältetoleranzproblemen bei älteren oder geschwächten Hunden